Nadelholzindustrie benötigt Rundholz; Buche unter Druck
Die Marktlage am Holzmarkt unterscheidet sich in der Eifel nicht vom übrigen Bundesgebiet.
Trotz einer eher durchschnittlichen Nachfrage bei Schnittholzabnehmern ist das Interesse an Nadelrundholz hoch, während das Angebot knapp ist. Der Frischholzeinschlag verlief im Frühsommer zunächst verhalten und zog erst ab Ende Juni an, als klar wurde, dass weniger Schadholz anfiel als erwartet. In der Folge hängt die Vertragsauslieferung zum Teil weit hinter dem Zeitplan und die Sägeholzindustrie ist schlecht versorgt. Waldlager der Sägewerke sind kaum vorhanden und das bereitgestellte Holz fließt zügig ab. Einige Sägewerke denken bereits auf Grund der knappen Holzversorgung über Kurzarbeit nach.
Die Nachfrage nach Lärchensägeholz bleibt stabil hoch. Bei der Douglasie gab es zunächst steigendes Interesse, wohl als Ersatz für die Fichte, doch mit zunehmender Fichtenverfügbarkeit zeichnet sich eine Marktsättigung ab.
Der Nadelindustrieholzmarkt zeigt sich überwiegend ruhig und unauffällig.
Für die kommende Laubholzsaison haben bereits Verhandlungsgespräche stattgefunden, aus denen sich aber noch kein klares Marktbild ergibt. Gesundes Eichenstammholz in B- oder C-Qualität scheint im Vorjahresvergleich preislich stabil oder leicht steigend zu sein, während Eichen-Käferholz sehr unter Preisdruck steht.
Der Buchenstammholzmarkt ist durch große Unsicherheiten geprägt. Angesichts der schwachen Konjunktur in China und der schwer einzuschätzenden künftigen Zollpolitik sowohl in China als auch in den USA, sind künftige Exportmöglichkeiten ungewiss. Zudem führt die schwierige Lage der Möbelhersteller im Inland wie auch global zu Unsicherheiten. Der größte heimische Buchensäger hat bereits so früh wie nie, Mitte Oktober, seine Preisverhandlungen beendet und nimmt keine Mengen mehr an. Die Übernahme von Mehrmengen im 1. oder 2. Quartal 2026, wie in der vorangegangenen Saison, schließt das Unternehmen auf Basis der Prognosen zur Marktentwicklung aus. Er rät den Betroffenen nicht vertraglich abgesicherte Hiebe auf das nächste Jahr zu verschieben. Nachdem bereits im letzten Jahr zu spät gelieferte Mengen keinen Marktabsatz mehr hatten und als Laubindustrieholz vermarktet werden mussten, ist in diesem Jahr mit einem noch früheren Ende der Buchenstammholzsaison, spätestens Ende Februar, zu rechnen.
Der Laubindustrieholzmarkt steht unter Druck. Da Laubindustrieholz als Koppelprodukt bei der Stammholzernte anfällt, lässt sich der Mengenanfall nicht ohne weiteres steuern. Gleichzeitig ist der Absatz aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf der Abnehmerseite nur sehr schleppend. Die KHVO Eifel konnte sich jedoch frühzeitig Käufer und Verträge sichern, so dass auch hier Absatzmöglichkeiten gegeben sind.
